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Baubewilligung

Bauvorhaben unterliegen in Österreich den unterschiedlichen Landesgesetzgebungen und sind anzeigen- oder bewilligungspflichtig. Ist eine Bauanzeige ausreichend, muss das Vorhaben mindestens acht Wochen vor Baubeginn der Baubehörde bekannt gegeben werden. Für eine Baubewilligung muss ein Ansuchen bei der Baubehörde eingereicht werden. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick, ab welcher Größe bzw. Leistung einer PV-Anlage in den jeweiligen Bundesländern eine Baubewilligung erforderlich ist.

Tabelle 1: Baubewilligungspflicht pro Bundesland
Bundesland Baubewilligung für PV-Anlage erforderlich
Salzburg ja, außer PV-Anlage liegt parallel zur Dachfläche auf oder ist in diese eingefügt
Burgenland ab einer Leistung von 10 kWp
Niederösterreich ab einer Leistung von 20 kWp
Kärnten ab einer Fläche von 16 m²
Tirol ab einer Fläche von 20m²
Steiermark ab einer Fläche von 40m²
OÖ., Vlbg., Wien wenn es zu wesentlichen Veränderungen am Gebäude kommt

In der Baubewilligung, auch Baubescheid genannt, erhält der Planer bzw. Errichter alle Angaben, die beim Bau der Anlage zu berücksichtigen sind. Die Einhaltung der relevanten fachspezifischen Normen bzw. Richtlinien wird in den Auflagen des Baubescheids berücksichtigt. Bei korrekter Ausführung des Baubescheids ist somit eine Normeinhaltung gewährleistet.

Baubewilligung am Beispiel Wien

In Wien ist für die Errichtung eines Gebäudes bzw. einer Fassade mit integrierter PV eine Baubewilligung unabdingbar. Die gebäudeintegrierte Anlage, als Bestandteil der Fassade, wird im Zuge der Baubewilligung mit dem Bauwerk mitbewilligt. Die PV-Anlage ist Bestandteil des Ansuchens an die Baupolizei (für Wien die MA 37). Die MA 37 entscheidet, welche rechtlichen Teilsparten zusätzlich berührt werden (z.B. Statik oder Umweltschutzmaßnahmen) und setzt sich mit den zuständigen Stellen in Verbindung.

Die MA 19 erstellt ein architektonisches Gutachten, eine Vidierung, dessen positive Aussage für den Erhalt eines Baubescheides notwendig ist. Es ist ratsam sich schon zu Planungsbeginn mit der MA 19 in Verbindung zu setzen. Zur Abklärung offener Fragen vor der Einreichung kann ein Beratungsgespräch in Anspruch genommen werden. Wird vor dem Bauansuchen an die MA 37 ein Gutachten von der MA 19 angefordert, ergeht dieses, sofern alle notwendigen Unterlagen eingereicht wurden, innerhalb von zwei Tagen direkt an die MA 37.

Liegt seitens der MA 19 bereits eine Zustimmung vor, bedeutet dies eine Zeitersparnis betreffend des Erhalts des Baubescheids. Je ausgereifter ein Projekt eingereicht wird, desto schneller kann ein Baubescheid erteilt werden bzw. desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, diesen grundsätzlich zu erhalten. Sind alle erforderlichen Unterlagen vorhanden, wird die Baubewilligung im Normalfall innerhalb von vier bis fünf Wochen erteilt.

Abbildung 1: Dachintegration einer PV-Anlage, Naturhistorisches Museum Wien

Quelle: H. Fechner et al.

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 07.03.2011